Die meisten Selbstständigen investieren Zeit und Geld in Content, bevor sie ihre Website auf Suchtauglichkeit geprüft haben.
Das ist, als würdest du einen neuen Motor kaufen, während die Reifen platt sind.
Ich sehe das in fast jeder Beratung: Instagram-Posts, LinkedIn-Beiträge, ein Newsletter – und dahinter eine Website, die Google gar nicht findet. Kein Wunder, dass die Anfragen ausbleiben.
Die gute Nachricht: Du brauchst weder eine SEO-Agentur noch ein technisches Zertifikat, um die wichtigsten Baustellen zu erkennen. Ein sauberer SEO-Check dauert 30 Minuten. Und in 90 Prozent der Fälle findest du dabei mindestens einen der drei Fehler, die ich dir gleich zeige.
Dieser Artikel ist für Selbstständige, kleine und mittlere Unternehmen und alle, die ihre Website selbst prüfen wollen – ohne Fachchinesisch, ohne teure Tools, ohne Vorwissen.
Was ein SEO-Check ist – und was er nicht ist
SEO-Check klingt technisch, ist es aber nicht in erster Linie. Es geht nicht um Meta-Tags-Optimierung im Detail oder um XML-Sitemaps. Es geht darum, ob Google deine Website überhaupt verstehen kann und ob deine wichtigsten Seiten die Fragen deiner Kunden beantworten.
Ein guter SEO-Check prüft drei Basics:
- Ob Google deine Website kennt
- Ob deine Seiten die richtigen Signale senden
- Ob dein Google-Unternehmensprofil funktioniert (für alle mit lokalem Bezug)
Wenn diese drei Dinge stimmen, bist du meilenweit vor den meisten Wettbewerbern. Wenn nicht, fangen wir hier an. Nicht bei Reels, nicht bei Newsletter-Automatisierung, nicht bei Content-Kalendern.
Basic 1: Weiß Google, dass deine Website existiert?
Klingt banal, ist es nicht. Ich habe mehr Websites gesehen, deren Betreiber überzeugt waren, sie seien „bei Google“, als ich dachte. Die Realität war oft ernüchternd.
So prüfst du es in 60 Sekunden:
Öffne Google. Tippe folgendes ein (ersetze durch deine Domain):
site:deinewebsite.deGoogle zeigt dir jetzt alle Seiten deiner Website, die im Index sind. Also alles, was gefunden werden kann. Wenn dort weniger als fünf Ergebnisse für eine normale Business-Website erscheinen, ist das ein deutliches Alarmsignal. Wenn nur die Startseite erscheint, ist es ein noch deutlicheres.
Was das bedeutet: Google kennt große Teile deiner Website schlichtweg nicht. Und was Google nicht kennt, kann Google auch niemandem zeigen, der danach sucht. Deine Über-mich-Seite, deine Leistungen, dein Blog – alles unsichtbar.
Warum das passiert:
- Die Website wurde erst kürzlich veröffentlicht (Google braucht Wochen bis Monate, um alles zu indexieren)
- In der Konfiguration wurde Google die Indexierung verboten (kommt öfter vor, als du denkst – oft ein Überbleibsel aus der Testphase)
- Deine Website hat technische Probleme, die Google an der Erfassung hindern
Was du tun kannst:
Wenn Google deine Website noch gar nicht kennt: Richte die Google Search Console für deine Domain ein (kostenlos, dauert etwa 10 Minuten). Reiche dort deine Sitemap ein. Ab jetzt kann Google die Seite systematisch erfassen.
Wenn Google nur wenige Seiten kennt: Prüfe in deinem WordPress oder System, ob unter „Sichtbarkeit für Suchmaschinen“ ein Häkchen gesetzt ist, das Google blockiert. Falls ja: entfernen.
Basic 2: Sagen deine Title-Tags, was du machst?
Der Title-Tag ist der wichtigste On-Page-Faktor für Google. Er ist gleichzeitig der erste Eindruck, den deine Website in Suchergebnissen macht – und der Grund, warum jemand klickt oder weiterscrollt.
Trotzdem verschenken die meisten Selbstständigen genau hier ihr größtes SEO-Potenzial.
So findest du deinen aktuellen Title-Tag:
Öffne eine beliebige Seite deiner Website. Rechtsklick auf einer freien Fläche, dann „Seitenquelltext anzeigen“ wählen. In dem Fenster, das aufgeht, drückst du Strg+F (auf Mac Cmd+F) und suchst nach:
<title>Der Text, der zwischen <title> und </title> steht, ist dein Title-Tag. Genau der Text erscheint auch als blauer Link in Google-Suchergebnissen.
Was ein schlechter Title-Tag aussieht:
- Nur der Firmenname: „Mustermann GmbH“
- Zu allgemein: „Startseite“
- Zu lang und vollgestopft: „Bester Steuerberater Köln Bonn Düsseldorf günstig zuverlässig“
Was ein guter Title-Tag aussieht:
- Konkret die Leistung plus wenn möglich der Ort: „Steuerberatung für Selbstständige in Köln | Mustermann“
- Deutlich unter 60 Zeichen (sonst schneidet Google ab)
- So formuliert, wie deine Zielgruppe sucht (nicht in Marketing-Sprache)
Der Test, den ich am liebsten mache:
Frag dich: Wenn jemand in Google eintippt, was du anbietest – würde er auf deinen Titel klicken? Wenn du selbst zögerst, klickt der Rest der Welt auch nicht.
Was du tun kannst:
Überarbeite die Title-Tags deiner wichtigsten Seiten (Startseite, Leistungsseiten, Über-mich). In WordPress geht das mit den kostenlosesn Plugins Yoast SEO oder Rank Math. Bei anderen Systemen gibt es meistens ein Feld „SEO-Titel“ in den Seiteneinstellungen.
Setze pro Seite einen individuellen Title-Tag. Nie dieselben für mehrere Seiten. Und immer: Leistung + Ort + optional Firmenname.
Basic 3: Hast du ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil?
Für alle, die regional arbeiten – Handwerker, Coaches, Dienstleister, Ladengeschäfte – ist das Google-Unternehmensprofil der wichtigste kostenlose SEO-Hebel überhaupt. Wichtiger oft als die Website selbst.
Und trotzdem: Rund die Hälfte aller Selbstständigen, die ich berate, haben entweder gar kein Profil, ein veraltetes Profil oder ein Profil, das jemand anderes für sie angelegt hat und das nie richtig übernommen wurde.
Prüf in einer Minute, ob dein Profil existiert:
Google „deine Leistung + dein Ort“. Zum Beispiel „Physiotherapie Bergisch Gladbach“. Rechts erscheint eine Karte mit Einträgen. Bist du dabei? Wenn ja: gut, weitermachen bei der Pflege. Wenn nein: erste Priorität, Profil anlegen.
Wenn dein Profil existiert, prüfe folgende Dinge:
- Beschreibung: Steht dort, was du wirklich machst? Oder ist das Feld leer, weil du dachtest, das mache Google schon irgendwie?
- Öffnungszeiten: Aktuell? Ferien-Zeiten hinterlegt?
- Fotos: Mindestens zehn Fotos, aktuell, echt (keine Stockfotos)?
- Bewertungen: Werden sie beantwortet – und zwar ALLE, auch die guten?
- Beiträge: Wann hast du zuletzt einen Beitrag veröffentlicht? Wenn die Antwort „nie“ oder „vor über sechs Monaten“ ist, wirkt dein Profil auf Google veraltet.
Warum das Profil so wichtig ist:
Wenn jemand nach einer lokalen Leistung sucht, zeigt Google fast immer drei Ergebnisse im „Local Pack“ – das sind die drei Einträge mit Karte oben in den Ergebnissen. Wer dort steht, bekommt den Löwenanteil der Klicks. Wer nicht dort steht, wird bei lokalen Suchen praktisch nicht gefunden.
Und der Zugang ist niedrigschwellig: Ein gepflegtes Profil schlägt oft eine mittelmäßige Website, die ohne Profil steht. Das ist der wichtigste Hebel für lokale Sichtbarkeit überhaupt.
Was du tun kannst:
Wenn du noch kein Profil hast: Anlegen über google.com/business. Kostet nichts, dauert etwa 20 Minuten. Verifizierung per Video oder Code.
Wenn du ein Profil hast: einmal pro Monat einen Beitrag veröffentlichen (dauert 5 Minuten), Bewertungen beantworten (innerhalb einer Woche), alle drei Monate mindestens ein neues Foto hochladen. Mehr braucht es nicht.
Was wahrscheinlich rauskommt, wenn du den Check machst
Ich sag dir jetzt, was in 90 Prozent der Fälle passiert, wenn Selbstständige den Check ehrlich machen: Alle drei Basics sind mittelmäßig bedient.
Google kennt einen Teil der Seiten, aber nicht alle. Die Title-Tags sind okay, aber nicht auf Suche optimiert. Das Google-Profil existiert, wird aber nicht gepflegt.
Das ist normal. Und das ist auch beruhigend. SEO-Grundlagen sind kein Zauber, den nur Experten beherrschen. Sondern konkrete Aufgaben, die du entweder selbst erledigen kannst oder gezielt delegierst.
Was jetzt der nächste Schritt ist
Wer die drei Basics selbst prüft und alle drei erledigt, ist bereits über 80 Prozent seiner Wettbewerber voraus. Nicht weil du dann perfekt bist. Sondern weil die anderen die Grundlagen nicht machen.
Für alle, denen 30 Minuten Selbstprüfung zu wenig sind und die eine ehrliche Bestandsaufnahme mit Priorisierung wollen: Genau dafür gibt es meinen Sichtbarkeits-Check.
Ich schaue mir deine Website, dein Google-Profil und deine relevanten Suchbegriffe an. Am Ende bekommst du einen konkreten Bericht: Wo stehst du wirklich, wo sind die größten Hebel, was ist der nächste sinnvolle Schritt für dich.
Der Check kostet 349 Euro, das Ergebnis liegt in fünf Werktagen bei dir. Der Preis wird auf jedes anschließende Angebot angerechnet, wenn wir zusammenarbeiten. Wenn nicht, hast du trotzdem einen klaren Fahrplan.
Klingt interessant für dich?