Google Unternehmensprofil optimieren: Was du in einer Stunde selbst erledigen kannst
Neulich hat ein Betrieb in einem Erstgespräch einmal live sich selbst gegoogelt. Firmenname plus Ort.
Das Ergebnis: Öffnungszeiten von vor drei Jahren. Vier Fotos, eins davon unscharf. Eine Bewertung mit zwei Sternen, seit acht Monaten unbeantwortet. Und als Kategorie etwas, das nur ungefähr mit dem zu tun hatte, was der Betrieb eigentlich macht.
Kurze Stille. Dann: „Das sieht jeder, der uns sucht?“
Ja. Und meistens sehen es die Leute, bevor sie überhaupt auf die Website klicken.
Warum das Google-Profil für lokale Betriebe so viel Gewicht hat
Wer bei Google „Elektriker Lindlar“ oder „Steuerberatung Gummersbach“ eingibt, bekommt ganz oben keine Websites zu sehen. Sondern eine Karte mit drei Einträgen.
Diese drei Einträge bekommen einen Großteil der Aufmerksamkeit. Dort steht die Telefonnummer, dort sind die Bewertungen, dort kann man direkt anrufen oder sich die Route anzeigen lassen. Für viele Anfragen braucht es gar keinen Klick auf die Website mehr.
Das Google Unternehmensprofil (früher „Google My Business“) ist kostenlos. Es ist oft der schnellste Hebel für mehr Anfragen, den ein lokaler Betrieb hat. Und trotzdem wird es angelegt und dann vergessen.
Die gute Nachricht: Die Grundlagen schaffst du an einem Nachmittag. Eher in einer Stunde.
Die Grundlagen: Was vollständig sein muss
1. Die Hauptkategorie richtig wählen
Das ist der größte Hebel im ganzen Profil. Google nutzt die Hauptkategorie, um zu entscheiden, bei welchen Suchen du überhaupt auftauchst.
Wähle die Kategorie, die dein Kerngeschäft am genauesten beschreibt. Wenn du hauptsächlich Bäder sanierst, ist „Badsanierung“ präziser als „Bauunternehmen“. Zusätzliche Kategorien kannst du ergänzen, aber die erste zählt am meisten.
Tipp: Schau dir an, welche Kategorie deine sichtbarsten Mitbewerber nutzen. Das siehst du direkt im Eintrag unter dem Namen.
2. Leistungen einzeln eintragen
Im Profil gibt es einen eigenen Bereich für Leistungen. Trag dort jede Leistung einzeln ein, am besten mit einem kurzen Satz dazu.
„Heizungswartung“, „Wärmepumpen-Installation“, „Notdienst am Wochenende“. So findet Google dich auch bei Suchen, die nicht exakt zu deiner Kategorie passen.
3. Die Beschreibung: Ort und Leistung, ohne Keyword-Stapel
Du hast 750 Zeichen. Nutz sie für drei Dinge: Was machst du? Für wen? Wo?
Schreib so, wie du es einem Kunden am Telefon erklären würdest. Eine Aneinanderreihung von Suchbegriffen liest sich schlecht und bringt dir nichts.
Und ein Punkt, der oft schiefgeht: Pack keine Suchbegriffe in den Firmennamen. „Müller Sanitär – Bad, Heizung, Notdienst Lindlar“ verstößt gegen die Google-Richtlinien und kann im schlimmsten Fall zur Sperrung führen. Der Name im Profil ist der Name, der auch auf deinem Firmenschild steht.
4. Öffnungszeiten, inklusive Feiertage
Klingt banal. Ist aber einer der häufigsten Gründe für schlechte Bewertungen: Jemand fährt hin, und es ist zu.
Pflege die regulären Zeiten und trag Sonderöffnungszeiten für Feiertage und Betriebsurlaub ein. Google fragt dich vor Feiertagen sogar danach, wenn du die Benachrichtigungen aktiviert hast.
5. Fotos: Echt schlägt schön
Du brauchst nicht direkt einen Fotografen. Du brauchst Bilder, die zeigen, wie es bei dir wirklich aussieht.
Gute Motive sind:
- die Werkstatt, das Büro, der Laden
- das Team bei der Arbeit
- fertige Projekte, vorher und nachher
- das Firmenfahrzeug (so erkennt man dich auf der Baustelle)
Wichtiger als die Menge ist die Regelmäßigkeit. Lieber jeden Monat zwei neue Fotos als einmal 30 und dann nie wieder. Ein Profil, das aktuell aussieht, wirkt wie ein Betrieb, der aktiv ist.
6. Bewertungen bekommen und beantworten
Bewertungen sind für viele Suchende der wichtigste Faktor bei der Entscheidung. Und die meisten zufriedenen Kunden bewerten nur, wenn man sie fragt.
So fragst du, ohne zu betteln:
Im Profil findest du einen Link, der direkt zum Bewertungsformular führt. Den kannst du:
- nach einem abgeschlossenen Auftrag per Mail oder WhatsApp schicken
- als QR-Code auf die Rechnung oder eine kleine Karte drucken
- in deine E-Mail-Signatur setzen oder direkt im Laden aufhängen
Der beste Zeitpunkt ist kurz nach Auftragsende, wenn der Kunde noch zufrieden auf das neue Bad schaut.
Was du nicht tun solltest: Bewertungen gegen Rabatte oder Geschenke tauschen. Das verbietet Google ausdrücklich.
7. Jede Bewertung beantworten, auch die kritischen
Eine kurze, freundliche Antwort auf eine positive Bewertung zeigt: Hier liest jemand mit.
Bei negativen Bewertungen gilt: sachlich bleiben, nicht rechtfertigen, ein Gesprächsangebot machen. Deine Antwort liest nicht nur der verärgerte Kunde. Sie lesen alle, die danach dein Profil öffnen. Eine ruhige Antwort auf eine unfaire Bewertung kann mehr Vertrauen schaffen als zehn Fünf-Sterne-Bewertungen.
Beiträge im Profil: Lohnt sich das?
Ehrliche Antwort: Der direkte Effekt auf deine Platzierung ist überschaubar.
Trotzdem würde ich sie nicht weglassen. Beiträge zeigen, dass der Betrieb aktiv ist. Ein aktuelles Projekt, ein Hinweis auf den Betriebsurlaub, eine neue Leistung. Einmal im Monat reicht völlig. Wenn du ohnehin auf Instagram postest, kannst du einen passenden Beitrag leicht angepasst übernehmen.
Was das Profil nicht leisten kann
Das Google-Profil holt dir den ersten Klick. Überzeugen muss dann die Website.
Wer vor einer größeren Entscheidung steht, eine neue Heizung, eine Beratung über mehrere Monate, will mehr wissen als Öffnungszeiten und Sterne. Wie arbeitet ihr? Was kostet das ungefähr? Wer steckt dahinter?
Ein gepflegtes Profil, das auf eine veraltete oder unübersichtliche Website verlinkt, verschenkt genau an dieser Stelle Anfragen.
Beides gehört zusammen: Das Profil sorgt dafür, dass man dich findet. Die Website sorgt dafür, dass man dich anruft.
Häufige Fragen:
Kostet das Google Unternehmensprofil etwas?
Nein. Das Profil ist kostenlos. Falls dich jemand anruft und dir einen „offiziellen Google-Eintrag“ verkaufen will: auflegen.
Brauche ich eine Adresse, wenn ich nur beim Kunden arbeite?
Du brauchst eine Adresse für die Verifizierung, musst sie aber nicht öffentlich anzeigen. Stattdessen gibst du ein Einzugsgebiet an, zum Beispiel die Orte, in denen du arbeitest.
Wie lange dauert es, bis Änderungen sichtbar sind?
Kleine Änderungen wie Öffnungszeiten oft innerhalb weniger Stunden. Änderungen an Name oder Kategorie prüft Google teilweise, das kann einige Tage dauern.
Und jetzt?
Nimm dir eine Stunde. Such dich selbst bei Google. Und geh das Profil Punkt für Punkt durch.
Wenn du danach wissen willst, wo du insgesamt stehst, also Profil, Website und Social Media zusammen: Genau das schaue ich mir im Sichtbarkeits-Check mit dir an.
Abonniere gerne meinen Newsletter: Einmal im Monat ein Praxistipp in dein Postfach. Aktuell läuft eine kleine Reihe zu den Grundlagen, die am meisten bringen.